Die personalisierte Medizin hat die onkologische Versorgung grundlegend verändert. Insbesondere in der Neuroonkologie ermöglicht die präzise morpho-molekulare Charakterisierung zentralnervöser Tumoren heute differenzierte Therapieentscheidungen, präzisere Risikostratifizierungen und die Auswahl geeigneter Studienprotokolle. Diese Entwicklung stellt erhöhte Anforderungen an die diagnostische Exzellenz und interdisziplinäre Integration.
Die Neuropathologie nimmt in diesem Prozess im Zusammenspiel mit den Nachbardisziplinen eine zentrale Rolle ein. Als medizinisches Fachgebiet mit ausgewiesener Expertise in der Diagnostik von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems ist sie fachlich wie auch institutionell in universitätsmedizinische Strukturen eingebunden und nimmt im Rahmen ihres gesetzlich verankerten Versorgungs-, Lehr- und Forschungsauftrag die integrative morpho-molekulare Diagnostik von Tumoren im zentralen Nervensystem (ZNS) gemäß der aktuellen WHO Klassifikation der Tumoren des ZNS (2021) wahr.
Vor diesem Hintergrund gibt die Deutsche Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN) mit diesem Positionspapier Empfehlungen zur strukturellen Integration der Neuropathologie in die personalisierte Neuroonkologie.