In Memoriam
 

Wolfgang Roggendorf (1944 - 2012)

Wolfgang Roggendorf wurde am 17.7.1944 in München geboren. Nach dem Medizinstudium in Mainz, Wien, Essen und Bonn und der Medizinalassistenz am Anatomischen Institut in Essen begann er 1974 mit der Neuropathologie am Institut für Neuropathologie der Freien Universität Berlin unter Leitung von Professor Cervos-Navarro. Hier beschäftigte er sich vor allem mit experimentellen Untersuchungen zur Ultrastruktur der Hirngefäße, insbesondere unter Bluthochdruck, die Inhalt der Habilitation 1984 waren. Von 1981 bis 1982 war er als Feodor-Lynen-Stipendiat an der Washington University, Division of Neuropathology, St. Louis/USA tätig. 1985 wurde er zum Professor für Neuropathologie am Institut für Hirnforschung der Universität Tübingen (Leiter: Professor Peiffer) ernannt. In Tübingen beschäftigte sich Professor Roggendorf zunehmend mit der Immunhistochemie von Gehirntumoren und in Kooperation mit Professor Harzer mit hereditären Stoffwechselkrankheiten. Nach einem kommissarischen Direktorat in Tübingen wechselte Professor Roggendorf 1989 als Leiter der neugegründeten Abteilung für Neuropathologie an die Universität Würzburg, der er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2012 vorstand. Forschungsschwerpunkte in Würzburg waren die molekulare Charakterisierung von Ependymomen, die Mikroglia in Gehirntumoren und die Beteiligung an europaweiten Verbundprojekten zur Standardisierung der neuropathologischen Diagnostik neurodegenerativer Krankheiten. Als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie organisierte er 2008 die Jahrestagung in Würzburg.

Professor Roggendorf verstarb am 31.7.2012 bei einem Verkehrsunfall. Seinen Kollegen bleibt Professor Roggendorf als exzellenter Diagnostiker, klinisch orientierter, vorbildlicher Forscher und als aufgeschlossener und liebenswürdiger Mensch mit geistreichem Humor und Herzlichkeit in Erinnerung.

 

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